Über Pfotenwerte — wer hier rechnet und wie
Pfotenwerte vergleicht Tierfutter nach dem Preis je 1 000 Kilokalorien statt je Kilo. Betrieben wird die Seite von einer Privatperson ohne tiermedizinische Ausbildung. Was sie stattdessen zu bieten hat, steht auf dieser Seite vollständig: der Rechenweg, die Quelle jeder Zahl, die Grenzen der Methode und die Fehler, die wir selbst gemacht haben.
Wer diese Seite betreibt
Pfotenwerte ist die private Seite von Luca Schmidt aus Altenstadt. Kein Unternehmen, keine Redaktion, kein Team — eine Person, die eine Rechnung öffentlich macht. Die vollständige Anbieterkennzeichnung nach § 5 DDG steht im Impressum, erreichbar ist sie unter luca.m.schmidt999@gmail.com.
Ein Gewerbe ist noch nicht angemeldet, und deshalb schweigt das Impressum bislang zur Umsatzsteuer. Das ist kein Versehen: Eine Aussage über einen Status, den man noch nicht hat, wäre eine unzutreffende Behauptung — und die Seite hätte sich damit gleich an der ersten Pflichtangabe verrechnet.
Was hier ausdrücklich nicht steht
Hier arbeitet kein Tierarzt und keine Ernährungsberaterin. Das ist keine Bescheidenheit, sondern eine Angabe, die du zur Einordnung brauchst. Es gibt hier keinen Doktortitel, keine Praxiserfahrung und keine tierärztliche Prüfung der Inhalte. Wer das braucht — und bei einem kranken Tier braucht man es —, ist bei einer Tierärztin richtig und nicht bei einem Rechner.
Was diese Seite kann, ist rechnen: Sie wendet veröffentlichte Formeln auf belegte Herstellerangaben an und legt beides offen. Ein niedriger Preis je Kalorie ist eine Kostenaussage, keine Qualitätsaussage — und schon gar keine Gesundheitsaussage. Deshalb steht hier nirgends, welches Futter „das beste“ sei.
Warum es die Seite gibt
Der gesetzliche Grundpreis — Euro je Kilo — steht in Deutschland auf jedem Preisschild. Bei Nassfutter vergleicht er vor allem den Wasseranteil: Nassfutter besteht zu rund 80 % aus Wasser, Trockenfutter zu etwa 9 %. Wer nach Kilopreis vergleicht, vergleicht also überwiegend, wofür er kein Geld ausgeben wollte.
Das ist kein theoretischer Einwand. In unserer Datenbank stehen vier Sorten derselben Marke aus demselben Regal, bei denen sich die Reihenfolge umdreht, sobald man statt nach Kilo nach Kalorie sortiert: Die je Kilo günstigste Sorte landet je Kalorie auf Platz zwei, die je Kilo drittteuerste wird zur günstigsten. Grund ist der Fettgehalt — Fett liefert mehr als doppelt so viel Energie wie Kohlenhydrate.
Aussagekräftig ist deshalb der Preis je Kalorie, denn danach richtet sich, wie lange eine Packung das Tier tatsächlich ernährt. Diese Zahl steht auf keiner Verpackung. Ausrechnen lässt sie sich trotzdem — aus den analytischen Bestandteilen, die nach VO (EG) Nr. 767/2009 deklariert werden müssen.
Wie gerechnet wird
Die Formeln sind kein Geschäftsgeheimnis, sondern veröffentlichter Stand (FEDIAF, NRC, GOT). Sie stehen hier vollständig, damit jede Zahl der Seite von Hand nachgerechnet werden kann. Die Faktoren unten werden aus denselben Modulen gelesen, mit denen die Rechner arbeiten — sie können also nicht auseinanderlaufen.
Energiebedarf Hund, erwachsen
kcal/Tag = Faktor × kg^0,75 × Kastration × Figur × AlterStoffwechselgewicht nach FEDIAF. Faktor je Aktivität: 95 ruhig, 110 normal, 125 sportlich, 160 arbeitshund. Kastration × 0,9, Senior × 0,95, Figur × 1,1 (zu dünn) bis × 0,8 (zu kräftig).
Energiebedarf Hund, Welpe
kcal/Tag = 130 × kg^0,75 × 3,2 × (e^(−0,87 × p) − 0,1)Wachstumsformel nach NRC/FEDIAF. p ist das aktuelle Gewicht geteilt durch das erwartete Endgewicht. Der Bedarf je Kilo fällt, je näher der Hund dem Endgewicht kommt.
Energiebedarf Katze
kcal/Tag = Faktor × kg^0,67 × Kastration × FigurAnderer Exponent, nicht dieselbe Formel mit anderen Zahlen. Wer die Hundeformel auf eine 4-kg-Katze anwendet, liegt rund 13 % zu hoch — deshalb ein eigenes Modul statt eines Tierart-Schalters, der irgendwo vergessen wird. Faktor als Spanne, weil der Bedarf einzelner Tiere echt streut: 60–75 wohnungskatze, 75–100 freigang, 100–120 sehr aktiv. Kastration × 0,8, zu dünn × 1,1.
Energiegehalt des Futters
kcal/100 g = 3,5 × Protein + 8,5 × Fett + 3,5 × NfENfE = 100 − Feuchte − Protein − Fett − Rohasche − RohfaserModifizierte Atwater-Faktoren. NfE sind die stickstofffreien Extraktstoffe, im Wesentlichen Kohlenhydrate — der Rest zu 100 %. Gibt der Hersteller selbst einen kcal-Wert an, hat dieser Vorrang, und die Tabelle weist aus, welcher Fall vorliegt: deklariert, berechnet oder geschätzt.
Die Kennzahl der Seite
Einheiten je Packung = Packung in kg × kcal/100 g ÷ 100€ je 1 000 kcal = Preis ÷ Einheiten je PackungBeispiel: 12 kg mit 345 kcal je 100 g enthalten 41,4 Einheiten à 1 000 kcal. Nach dieser Zahl wird sortiert — ohne Gewichtung, ohne Redaktionsentscheidung.
Vergleich über Nass und Trocken hinweg
Wert in Trockensubstanz = Wert ÷ (100 − Feuchte) × 100Nur so ist der Proteingehalt einer Dose mit dem eines Sacks vergleichbar. Ohne diesen Schritt vergleicht man wieder Wasser.
Tierarztkosten
Rechnung = Nettogebühr × Satz × 1,19 + MaterialGebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT 2022), Bundesrecht. Sie erlaubt den 1- bis 3-fachen Satz, im Notdienst den 4-fachen — Tierarztkosten haben damit eine gesetzlich definierte Spanne und keine Einzelzahl. Material, Impfstoff und Medikamente sind keine ärztliche Leistung und werden deshalb nicht mit dem Satz vervielfacht.
Fehlt die Feuchtigkeit — Trockenfutterhersteller müssen sie erst ab 14 % angeben —, setzen wir den Branchenwert von 9 % an und kennzeichnen den Energiewert dann als geschätzt. Bei Nassfutter tun wir das ausdrücklich nicht; warum, steht weiter unten in der Fehlerliste.
Wie das geprüft wird
2.396 Futter in der Datenbank
135 Marken
2.358 davon mit Preis
2.394 an der Quelle geprüft
- Quelle an jeder Zeile. Jede Sorte trägt einen Link auf die Seite, von der die Deklaration stammt, das Datum dieser Erfassung, den Vermerk geprüft oder ungeprüft und — bei Preisen — den Zeitpunkt des Preisabrufs. Alles im Verzeichnis nachschlagbar.
- Mehr als 220 Tests rechnen die Formeln nach. Sie rechnen aus der veröffentlichten Formel, nicht aus unserem Code — sonst prüft ein Test nur, dass der Fehler noch da ist. Genau das hat den gefährlichsten Fund gebracht: eine verbreitete Abnehmformel für Katzen, die mehr Futter empfohlen hätte als der Erhaltungsbedarf.
- Die Daten werden wöchentlich automatisch aufgefrischt. Ein Lauf holt montags Preise und neue Produkte nach; Sorten, bei denen ein Pflichtwert fehlt, fallen dabei heraus statt geschätzt zu werden.
- Nichts davon liegt hinter einer Anmeldung. Formeln, Faktoren, Quellen und Grenzen stehen offen. Der Rechenweg ist ausdrücklich nachbaubar — der Nutzen dieser Seite liegt im belegten Datenbestand, nicht in einem geheimen Verfahren.
Was wir bewusst nicht tun
Die folgenden Lücken sind keine Baustellen, sondern Entscheidungen. Jede kostet Reichweite oder Ertrag, und jede hat einen Grund:
- Keine Abnehmrechnung für Katzen. Verbreitet ist
130 × kg^0,40. Nachgerechnet ergibt sie für eine 7-kg-Katze 283 kcal am Tag, während der Erhaltungsbedarf einer kastrierten Wohnungskatze bei rund 276 kcal liegt — sie hätte also mehr Futter empfohlen als ohnehin nötig. Dazu kommt: Katzen, die zu schnell abnehmen, entwickeln eine hepatische Lipidose, eine lebensbedrohliche Fettleber. Richtig wäre, für ein tierärztlich festgelegtes Zielgewicht zu rechnen. Das kennen wir nicht, also raten wir es nicht. - Keine Diätfuttermittel. Futter gegen Diabetes oder Niereninsuffizienz wählt man nicht nach dem Preis je Kalorie, sondern auf tierärztliche Anweisung. Solche Produkte fliegen bei der Erfassung bewusst heraus.
- Keine gemeinsame Rangliste über Nass- und Trockenfutter. Sie würde ausnahmslos von Trockenfutter angeführt — und wäre damit eine Empfehlung, die der Preis hergibt und die Physiologie nicht. Katzen haben einen schwach ausgeprägten Durst; Trockenfutter liefert praktisch kein Wasser mit. Das ist der Punkt, an dem unsere eigene Kennzahl endet, und wir sagen das lieber, als ihn zu überschreiten.
- Nicht schätzen, sondern weglassen. Fehlt ein Pflichtwert, bleibt die Sorte draußen. Wo trotzdem eine Annahme im Spiel ist, steht sie dran. Wo die Datenlage unsicher ist, steht eine Spanne statt einer Zahl mit Nachkommastelle — bei Welpen-Endgewichten etwa widersprechen sich die beiden gängigen Datengrundlagen um bis zu 15 Prozentpunkte.
- Warnen, auch wenn es Provision kostet. Schlägt der Rechner einen Wechsel vor und liefert die günstigere Alternative weniger Protein je Trockensubstanz, steht der Hinweis daneben. Bei zu schnell wachsenden Welpen rät die Seite ausdrücklich davon ab, die Futtermenge eigenmächtig zu kürzen. Das ist keine Großzügigkeit, sondern die Bedingung dafür, dass eine Empfehlung überhaupt etwas wert ist: Eine Seite, die immer zum Billigsten rät, ist ein Verkaufsprospekt.
- Keine eigenen Produkttests, keine Bewertungen, keine Noten. Wir testen nichts. Wir rechnen mit den Angaben, die Hersteller machen müssen.
- Keine bezahlten Platzierungen. Kein Hersteller kann sich in die Rangliste einkaufen. Die Reihenfolge entsteht ausschließlich aus der Rechnung.
Wo wir falsch lagen
Dieser Abschnitt ist unangenehm und steht trotzdem hier. Eine Seite, die nur ihre Treffer zeigt, lässt sich nicht überprüfen; eine, die ihre Irrtümer benennt, schon. Drei aus der eigenen Liste:
- 19 Nassfutter wurden als Trockenfutter gerechnetTrockenfutterhersteller geben die Feuchtigkeit meist nicht an, deshalb setzen wir dort 9 % an. Dieselbe Annahme griff versehentlich auch bei Nassfutter ohne deklarierte Feuchtigkeit — bei rund 80 % echtem Wasseranteil ergab das eine gut dreifach zu hohe Energiedichte. Diese Sorten hätten die Preistabelle angeführt: als Spitzenangebot ausgewiesen, obwohl sie es nicht waren.Eine Annahme gilt nur in dem Bereich, für den sie belegt ist. Heute fallen Nassfutter ohne deklarierte Feuchtigkeit heraus, statt eine Zahl zu erben.
- Eine richtige Zahl, die niemand glauben konnteDer erste Entwurf des Sparblocks verglich das günstigste Futter mit dem teuersten und kam auf über 10 000 € Ersparnis im Jahr. Arithmetisch korrekt — und als Aussage wertlos, weil er einen 15-kg-Sack Trockenfutter einer 600-g-Terrine gegenüberstellte. Niemand ernährt einen 20-kg-Hund ausschließlich von Terrinen.Ausreißer gehören nicht in die Schlagzeile. Verglichen wird jetzt gegen den Median; die Zahl ist rund ein Zehntel so groß und dafür belastbar.
- Ein eigener Befund ist mit mehr Daten schwächer gewordenWir hatten an 34 Vergleichspaaren gemessen, dass die Atwater-Schätzung den Energiegehalt systematisch unterschätzt — damals ausnahmslos, im Mittel um rund 5 %. Mit gewachsenem Bestand fiel derselbe Test erst schwächer aus und ist inzwischen ganz verschwunden: Von 245 Vergleichspaaren liegen 159 unter der Herstellerangabe und 85 darüber, die mittlere Abweichung beträgt +1,2 %. Aus „unterschätzt systematisch“ ist „trifft im Mittel“ geworden. Der Befund, mit dem diese Seite einmal geworben hat, gilt nicht mehr — und das steht hier, weil es wahr ist.Ein Befund, der als feste Zahl in einer Seite steht, veraltet mit dem Bestand. Deshalb wird er auf der Auswertungsseite bei jedem Bau neu gerechnet, statt abgeschrieben zu werden — und die Schätzung wird bewusst nicht stillschweigend um den gemessenen Faktor angehoben: Das würde die Angabe von ihrer Quelle lösen.
Wie sich die Seite finanziert
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Welche Netzwerke vorgesehen sind, welche davon tatsächlich schon Geld einbringen und wie wir mit dem eingebauten Interessenkonflikt umgehen, steht vollständig unter Transparenz.
Fehler gefunden?
Wenn eine Zahl nicht stimmt, schreib uns: luca.m.schmidt999@gmail.com. Jede Angabe trägt ihre Quelle, damit sich das überprüfen lässt — und wir korrigieren lieber, als recht zu behalten. Das gilt ausdrücklich auch für Hersteller, die eine Berechnung zu ihrem Produkt für falsch halten: Ein belegter Widerspruch ändert die Zahl, eine Beschwerde über die Methode nicht.